Saisonale Küche
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Tomaten im August: Was saisonales Kochen wirklich bedeutet
Saisonales Kochen

Tomaten im August: Was saisonales Kochen wirklich bedeutet

Verfasst von Lena Wirth

Lena Wirth kaufte jahrelang Tomaten im Januar. Sie wusste, dass es seltsam war, aber sie kochte sie trotzdem. Dann stand sie im August an einem Marktstand in Freiburg und biss in eine Ochsenherz-Tomate, die noch warm von der Sonne war. Das war der Moment, in dem saisonales Kochen aufhoerte, ein Konzept zu sein, und zu einer Praxis wurde.

Was der Vergleich zeigt

Lena begann, dieselbe Pastasauce zweimal zu kochen: einmal mit Tomaten aus dem Supermarkt im Maerz, einmal mit Marktware im August. Das Ergebnis war keine Frage des Geschmacks allein. Die Wintertomaten benoetigen mehr Salz, mehr Kraeuter, mehr Kochzeit. Die Augusttomaten brauchten fast nichts. Diese Beobachtung veraenderte, wie sie Rezepte liest.

Was Anfaenger oft uebersehen

Saisonales Kochen ist kein Verzicht. Es ist ein anderer Ausgangspunkt. Statt zu fragen, was man kochen moechte, fragt man zuerst, was gerade wirklich reif ist. Das klingt einfach, erfordert aber eine Umgewoehnungsphase von einigen Wochen, bis sich das Denken verschiebt. Lena brauchte einen ganzen Sommer, bis sie aufhoerte, Rezepte als Einkaufslisten zu behandeln.

Der Einstieg gelingt am besten mit einem einzigen Produkt pro Monat: im Mai Spargel, im Juli Zucchini, im Oktober Kuerbis. Nicht als Trend, sondern als Beobachtungsaufgabe.

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