Anke Dressel hatte Spargel immer mit Hollandaise, Schinken und Kartoffeln gegessen. Das ist klassisch und gut. Aber als sie anfing, saisonal zu kochen, fragte sie sich, ob sie den Spargel selbst jemals wirklich wahrgenommen hatte oder immer nur die Sauce.
Ein Experiment mit drei Tellern
Anke bereitete an einem Abend drei Portionen Spargel zu. Die erste mit Hollandaise nach klassischem Rezept. Die zweite nur mit brauner Butter und Zitronenschale. Die dritte mit nichts ausser etwas Salz und einem Spritzer Zitrone, nach dem Garen in der Pfanne. Alle drei schmeckten gut. Aber die dritte Version zeigte am deutlichsten, wie der Spargel selbst schmeckte: leicht bitter, frisch, mit einem erdigen Unterton.
Das war keine Entdeckung gegen Hollandaise. Es war eine Entdeckung fuer das Gemuese.
Was Anfaenger daraus mitnehmen koennen
Saisonales Kochen bedeutet nicht, auf Saucen zu verzichten. Es bedeutet, das Hauptprodukt einmal ohne alles zu probieren, bevor man entscheidet, was dazugehoert. Anke macht das seitdem mit jedem neuen Saisongemuese als ersten Schritt. Nicht als Regel, sondern als Orientierung. Der Geschmack des Produkts selbst ist der beste Hinweis darauf, was es braucht.
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