Florian Kaspar beschloss im Juni, drei Monate lang ausschliesslich auf dem Wochenmarkt einzukaufen. Nicht aus Idealismus, sondern weil er verstehen wollte, wie saisonales Kochen in der Praxis funktioniert. Er kochte taeglich und notierte, was er kaufte und warum.
Was die ersten Wochen zeigten
In den ersten zwei Wochen kaufte Florian immer noch mit Rezepten in der Hand. Er suchte nach bestimmten Zutaten und war froh, wenn er sie fand. Das fuehrte oft zu Enttaeuschungen, weil der Markt nicht nach Rezepten sortiert ist. Ab der dritten Woche kehrte er die Reihenfolge um: erst schauen, dann entscheiden.
Das klingt banal, war aber eine echte Umstellung. Wer mit einem fixen Rezept einkaufen geht, sieht den Markt als Supermarkt. Wer ohne geht, sieht ihn als Ausgangspunkt.
Was drei Monate ergaben
Florian kochte am Ende des Sommers Gerichte, die er vorher nicht kannte: gebratene Maiskuechlein, Zucchinibluetensuppe, Pflaumensenf. Nicht weil er kreativ sein wollte, sondern weil das die Produkte waren, die verfuegbar waren. Saisonales Kochen erzwingt eine Art Flexibilitaet, die man nicht aus Buechern lernt. Man lernt sie, indem man kauft, was da ist, und dann herausfindet, was man damit macht.
Weitere Artikel zu saisonaler Küche
Alle Beiträge rund um regionale Zutaten, Jahreszeiten und Kochpraxis auf einen Blick.